Die Sprachen in der Luxemburger Schule

Luxemburg ist ein dreisprachiges Land. Die Nationalsprache ist Luxemburgisch, die Gesetze sind auf Französisch verfasst, Verwaltungssprachen sind Französisch, Deutsch und Luxemburgisch.

Die von den ausländischen Mitbürgern gesprochene Sprachen, vor allem Portugiesisch und Englisch, nehmen an Bedeutung zu.

Auch das Schulsystem ist mehrsprachig; Deutsch, Französisch und Luxemburgisch gehören zum Schulalltag. Während Deutsch die vorherrschende Sprache in der Grundschule und den unteren Klassen des Sekundarunterrichts ist, werden die meisten Fächer in den oberen Klassen des Sekundarunterrichts in Französisch unterrichtet. Die Mehrsprachigkeit des luxemburgischen Schulsystems stellt in unserer Welt ohne Grenzen einen der großen Vorteile für die Jugend dar, doch sie ist gleichzeitig auch eine Herausforderung für die vielen Schüler, die ganz andere Muttersprachen haben.

Die öffentliche Schule bietet auch internationale Klassen an, vor allem in den Unterrichtssprachen Französisch und Englisch.

In der Grundschule

Im Zyklus 1 (Kinder von drei bis fünf Jahren) wird besonderen Wert auf Luxemburgisch gelegt, die Kommunikationssprache dieses Zyklus. Nach Einführung des Programms zur mehrsprachigen Erziehung in den Krippen und um Kohärenz und Kontinuität zu gewährleisten, wurde zum Schulbeginn 2017-2018 Französisch in den Krippen eingeführt; die Vermittlung von Grundbegriffen der französischen Sprache gehört offiziell zu den Aufgaben des Zyklus 1.

In den Zyklen 2 bis 4 (Kinder von 6 bis 11 Jahren), ist Deutsch Hauptunterrichtssprache; die Alphabetisierung geschieht auf der Basis der deutschen Sprache; alle Fächer, außer Französisch, werden in Deutsch unterrichtet.

Französisch als gesprochene Sprache wird ab dem Zyklus 2 unterrichtet; der Unterricht in schriftlichem Französisch beginnt im Zyklus 3.1.

 



 

 

Im klassischen Sekundarunterricht (ab 12 Jahre; Klassen 7e bis 1re ESC)

Bis zur 5e ESC (3. Jahr des klassischen Sekundarunterrichts) werden alle Fächer in Deutsch unterrichtet, außer Mathematik und Französisch.

Englisch steht ab der 6e ESC mit Schwerpunkt moderne Sprachen bzw. ab der 5e ESC mit Schwerpunkt Latein oder Chinesisch auf dem Programm.

Ab der 4e ESC (4. Jahr des klassischen Sekundarunterrichts) ist die Unterrichtssprache Französisch, außer für die Fächer Deutsch und Englisch – hier ist die Zielsprache auch Unterrichtssprache. Ab der 3e ESC (5. Jahr des klassischen Sekundarunterrichts) können die Schüler eine vierte moderne Fremdsprache hinzunehmen: Italienisch, Spanisch oder Portugiesisch.

 

 

 

Im allgemeinen Sekundarunterricht (ab 12 Jahre; Klassen 7e bis 1re ESG)

In den unteren Klassen ist die Unterrichtssprache Deutsch; nur Mathematik wird auf Französisch unterrichtet. Englisch steht ab der 6e ESG auf dem Programm.

In den oberen Klassen werden die meisten Fächer auf Deutsch unterrichtet; in einigen wenigen Fächern ist Französisch die Unterrichtssprache. Ab der 4e ESG gibt es Klassen mit gesonderter Sprachregelung; die Unterrichtssprache ist hier Französisch.

Im allgemeinen und klassischen Sekundarunterricht gibt es spezifische Sprachenangebote, je nach den Bedürfnissen des Schülers.

Innerhalb der Europäischen Union ist Luxemburg das Land, wo die meisten Schüler zuhause eine andere Sprache sprechen als die Unterrichtssprache, wo die meisten Fremdsprachen unterrichtet werden und die meisten Schulstunden den Fremdsprachen gewidmet sind. (Quelle: Eurydice & Eurostat, 2012. Key Data on Teaching Languages at School in Europe 2012 (PDF, 5.591 KB)). Der Fremdsprachenerwerb spielt eine zentrale Rolle in der Schule und der Erwachsenenbildung.

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