Musikalische Ausbildung

Musik ist ein wichtiger kultureller Träger und unterstützt die Entwicklung des Kindes. Das Interesse für Musik im Allgemeinen wecken, die verschiedenen Instrumente entdecken und wiedererkennen können, sich in Gesang, Theater und Tanz ausdrücken können – dies alles gehört zur Bildung und zum Allgemeinwissen.

Die Ausarbeitung des Angebots und die pädagogische Koordination des Musikunterrichts in den Schulen, den Bildungs- und Betreuungsstrukturen und den Musikschulen fällt in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend.

Musikalische Ausbildung in der Schule

In der Grundschule gehört die musikalische Bildung zum Lehrplan im Rahmen der Einführung in die Ästhetik, Kreativität und Kultur, Kunst und Musik, unterstützt durch spezifisches didaktisches Material. In vielen Gemeinden gibt es Projekte, die das Zusammenspiel von Grundschul- und Musikunterricht fördern.

In der Sekundarschule steht Musik auf dem Programm der 7e; im klassischen Sekundarunterricht gibt es ab der Oberstufe eine Sektion für Musikwissenschaften. Einige Sekundarschulen bieten zusätzlichen Musikunterricht oder sogar Musikklassen in der Unterstufe.

Musik wird als Mittel betrachtet, das das Lernen in den anderen Fächern unterstützen kann. Lieder und Kinderreime werden häufig im Fremdsprachenunterricht eingesetzt.

Durch punktuelle Initiativen und partizipative Projekte (Hip Hop Marathon, Be à He(a)ro, usw.) entdecken die Kinder und die Jugendlichen das aktive Musizieren und die kulturelle Szene in Luxemburg, wobei gleichzeitig die Teamarbeit gefördert wird.

Musikalische Ausbildung in den Gemeinden

Die musikalische Ausbildung wird auf kommunaler Ebene organisiert; rund 18.000 Schüler ab vier Jahre und rund 750 Musiklehrer sind im Musikunterricht eingeschrieben. Die Kurse finden in den 3 Konservatorien, den 12 regionalen Musikschulen und 23 lokalen Musikschulen statt.

Die musikalische Ausbildung verfolgt drei Ziele:

  • jungen Menschen Kenntnisse in der Musik und Lust am Musizieren vermitteln, damit sie am musikalischen Leben teilnehmen können;
  • jungen Menschen eine Fachausbildung in den verschiedenen Musikdisziplinen bieten, damit sie später Musik studieren können, zum Beispiel an einer Universität oder Hochschule;
  • Erwachsenen Aus- und Weiterbildungskurse anbieten.
Verlauf der musikalischen Ausbildung

Die musikalische Früherziehung ab 4 oder 5 Jahren, mit einer maximalen Dauer von drei Jahren, soll den Kindern Spaß daran vermitteln, sich mit Musik auszudrücken und diese Fähigkeiten entwickeln und vertiefen. Das Kind lernt, zur Musik zu reden, zu singen, sich zu bewegen. Es entwickelt sein musikalisches Gehör und entdeckt die verschiedenen Musikinstrumente.

Die Beschäftigung mit Musik in diesem Alter trägt viel zur allgemeinen Entwicklung des Kindes bei, zur Bildung intellektueller und manueller Fähigkeiten und der Entwicklung seiner Persönlichkeit.

Die musikalische Früherziehung bereitet auch auf das Erlernen eines Musikinstruments vor.

Die vierjährige allgemeine Musiklehre in den unteren Klassen soll:

  • den Geschmack, die Freude und das Interesse an der Musik fördern,
  • Grundlagen der Musik vermitteln und
  • instrumentale und vokale Studien begleiten.

Das Kind entwickelt seine vokalen Fertigkeiten, sein Gehör, ein aktives musikalisches Gedächtnis. Es entdeckt Bühnendarbietungen. Es wird dazu ermuntert, musikalische Stücke umzusetzen und zu interpretieren, indem es seine Kreativität, seine Phantasie, seine Emotionen und seinen Sinn für Improvisationen einbringt.

Die allgemeine Musiklehre ist obligatorisch bis zum Certificat de la division inférieure, falls man Instrumental- oder Gesangsunterricht nehmen oder damit fortfahren möchte.

Der Unterricht kann gegebenenfalls in Klassen des mittleren Niveaus (division moyenne), des spezialisierten mittleren Niveaus (division moyenne spécialisée) und des oberen Niveaus (division supérieure) fortgesetzt werden.

Außer der musikalischen Früherziehung und der allgemeinen Musiklehre bietet der Musikunterricht unter anderem:

  • Musiktheorie und Komposition
  • Instrumentalausbildung
  • Stimmbildung
  • Chor- und Orchesterleitung
  • Jazz
  • Sprecherziehung
  • Tanz
  • Kurse für Erwachsene

Hier finden Sie alle detaillierten Informationen

Die nationale Programmkommission

Die nationale Programmkommission (Commission nationale des programmes)

Die Commission nationale des programmes formuliert Vorschläge und Stellungnahmen zu:

  • den Zielen
  • den Programmen
  • den Stundenplänen
  • den Unterrichtsmethoden
  • den Lehrbüchern
  • der Zahl und Art der Hausaufgaben
  • den Evaluations- und Bewertungskriterien in den verschiedenen Fächern des Musikunterrichts

Sie wird auch um Stellungnahmen gebeten, wenn es um die Koordinierung des Unterrichts hinsichtlich verschiedener Fächer oder Formen des Musikunterrichts geht.

Die Mitglieder der Kommission werden vom Minister für Bildung, Kinder und Jugend ernannt. Die Kommission setzt sich zusammen aus jeweils einem Vertreter der verschiedenen Konservatorien, zwei Vertretern der Musikschulen, die in der Association des écoles de musique (AEM) vertreten sind, einem Vertreter des Syndicat intercommunal des Villes et Communes luxembourgeoises (SYVICOL) und einem Vertreter der Union Grand-Duc Adolphe (UGDA).

Zusammensetzung der Commission nationale des programmes (Stand am 01.09.2021)

Die Kommission für musikalische Ausbildung (Commissariat à l’enseignement musical)

Die Kommission für musikalische Ausbildung unterstützt die nationale Programmkommission und sorgt dafür, dass die verschiedenen Musikschulen im Land (Konservatorien, Musikschulen und Musikunterricht) sich an die Empfehlungen und Entscheidungen halten.

Der Kommissar:

  • sorgt in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Gemeinden für die Ausführung der Entscheidungen der nationalen Programmkommission, insbesondere, indem er sich selbst ein Bild in den Institutionen, die Musikunterricht anbieten, macht;
  • ist immer dann, wenn er es als notwendig erachtet, als Beobachter bei Examen und Wettbewerben anwesend, um auf nationaler Ebene für die Äquivalenz der Evaluationskriterien und Diplome Sorge zu tragen;
  • organisiert, in Zusammenarbeit mit den Musikkonservatorien, das Examen zum Diplôme supérieur auf nationaler Ebene;
  • berät die Institutionen, die Musikunterricht anbieten, in allen Fragen im Bereich Pädagogik und Kultur;
  • berät den Minister für Bildung, Kinder und Jugend vor allem im Rahmen der Einführung in die Musik;
  • berät den Minister für Hochschulwesen und Forschung in puncto Anerkennung der Diplome und Titel;
  • analysiert die Anträge auf finanzielle Beihilfe für die Teilnahme an Musikunterricht.

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