Sensibilisierungsmaßnahmen und -kampagnen

Um die europäischen und internationalen Kampagnen und Maßnahmen im Großherzogtum zu implementieren und einen Bewusstseinswandel auf nationaler Ebene herbeizuführen, organisiert der Service des droits de l’enfant regelmäßig Sensibilisierungskampagnen und Seminare für die breite Öffentlichkeit und auch Fachkräfte.

Schutz der Kinder vor Gewalt im Internet

Man spricht von Grooming, wenn ein Erwachsener ein Kind kontaktiert, häufig über das Internet und unter einer falschen Identität, mit dem Ziel, es sexuell zu missbrauchen oder von ihm Geld zu erpressen. Der Kontakt kann über einen längeren Zeitraum gehen, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und den Übergang zum Akt der Ausbeutung zu erleichtern. Letzterer kann unterschiedliche Formen annehmen: Treffen „im realen Leben“ mit dem Ziel eines sexuellen Missbrauchs; Aufforderung, sexuell explizite Fotos zu schicken; Erpressung aufgrund dieser expliziten Bilder – die Täter fordern Geld oder noch mehr Missbrauchsdarstellungen.

Im Rahmen des Kampfes gegen Missbrauch und sexuelle Gewalt unternimmt das Ministerium Maßnahmen zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und der Fachkräfte (Podiumsdiskussionen, Tagungen, Referenzplattformen) für die Gefahren des Internet und insbesondere des Phänomens des Grooming.

Unten finden Sie Informationen und Tipps zu bewährten Praktiken (auf Französisch und auf Deutsch) für Eltern und Fachkräfte des Bildungssektors:

Schutz der Kinder vor körperlichen Bestrafungen

Der Service des droits de l’enfant des Ministeriums hat eine Sensibilisierungskampagne über die negativen Auswirkungen körperlicher Strafen gestartet. Ein Dokument mit Alternativlösungen zur körperlichen Bestrafung wird derzeit mit der Unicef ausgearbeitet. Ziel ist, den Eltern Erziehungsmethoden nahezubringen, die auf einer positiven Elternschaft beruhen.

Stop aux punitions corporelles ! Une conférence publique dans le cadre des 30 ans de la Convention des droits de l’enfant (actualité du 9.11.2019)

Stop aux punitions corporelles ! (Plakat)

Stop aux punitions corporelles (vidéo)

Kinderrechtstag

Das Ministerium organisiert Sensibilisierungsaktionen für Kinder und die breite Öffentlichkeit (im Märchenpark in Bettemburg). Ziel ist, Kinder, Familien und alle Interessenten mit den Kinderrechten vertraut zu machen, und zwar mithilfe unterschiedlicher, spielerischer Methoden (Kinderrechtsweg, Filmvorführungen, Animationen, Aktivitäten, Informationsstände usw.).

Kannerrechtsfest 2021
Zaubershow zum Thema Kinderrechte

In Zusammenarbeit mit ECPAT Luxemburg werden überall in Luxemburg Zaubershows organisiert. Während des interaktiven Programms klärt der Künstler die jungen Besucher über ihre Rechte als Kind auf und erläutert insbesondere den Unterschied zwischen erlaubten und nicht erlaubten Gesten. Auf musikalische Botschaften und Zaubertricks folgt die Projizierung des Videoclips „Dem Vicky säi Geheimnis“, mit dessen Hilfe die Kinder verstehen sollen, dass ihr Körper ihnen gehört.

Elemente einer Unternehmenskultur, die Kinder vor sexuellem Missbrauch in Institutionen schützt

Ein Studientag mit dem Titel „Éléments d’une culture d’entreprise qui protège les enfants contre l’abus sexuel dans le cadre professionnel“ (Elemente einer Unternehmenskultur, die Kinder vor sexuellem Missbrauch in Institutionen schützt) fand 2019 im Institut de formation de l’éducation nationale (IFEN) statt. Leiter des Studientages waren Prof. Dr. Martin Wazlawik, Experte in Erziehungswissenschaften im Bereich „Pädagogische Professionalität und sexuelle Gewalt: Prävention, Intervention, Kooperation“ an der Universität Münster, und Frau Barbara Klein, Direktionsbeauftragte der Caritas Saarbrücken. Die Tagung adressierte sich an Lehrkräfte, Erzieher sowie Fachkräfte im psycho-sozialen Bereich und wurde als Schwerpunktausbildung anerkannt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Service des droits de l'enfant und ECPAT Luxembourg wurden die dort vorgeschlagenen Schutzmechanismen sowie die Beobachtungen und Fragestellungen der Teilnehmer in einem Dokument gesammelt und können so für die Ausarbeitung eines systematischen Ansatzes zum Schutz der Minderjährigen vor Gewalt in Betreuungsstrukturen verwendet werden.

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