Schulische und berufliche Orientierung

 

Zu bestimmten Zeitpunkten in seinem Leben muss sich der Schüler für den ihm am geeignetsten erscheinende Weg entscheiden können, was eventuelle Studien, Ausbildungen oder die zukünftigen beruflichen Aktivitäten betrifft.

Für die aktuelle Politik sind besonders folgende Definitionen des Begriffs der Orientierung wichtig:

„Die Orientierung bezieht sich auf eine Reihe von Aktivitäten, die es jedem Bürger zu jedem Zeitpunkt seines Lebens erlauben, seine Fähigkeiten, Kompetenzen und Interessen zu identifizieren, begründete Entscheidungen zu treffen, was die Wahl seiner Studien und Ausbildungen wie auch seiner beruflichen Aktivitäten betrifft, und zwar im Hinblick auf die persönliche Entwicklung und Entfaltung, aber auch mit dem Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft zu leisten.“ (FORUM Orientation)

„Die Orientierung begleitet und fördert das lebenslange Lernen und hilft dem Einzelnen, nicht arbeitslos zu werden bzw. Perioden der Arbeitslosigkeit auf ein Minimum zu reduzieren. Eine qualitativ hochwertige schulische und berufliche Orientierung beschränkt sich nicht darauf, die persönliche Entwicklung zu unterstützen und die Chancen auf einen Arbeitsplatz eines Einzelnen zu verbessern, sie trägt im Ganzen zu einer anhaltenderen und breiteren wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung bei.“ (Association internationale de l’orientation scolaire et professionnelle)

Im Luxemburger Schulsystem gibt es verschiedene Etappen, nach deren Abschluss eine Orientierung notwendig wird. In der Grundschule findet eine erste Orientierung am Ende des 4. Zyklus statt, entweder in den klassischen Sekundarunterricht oder den allgemeinen Sekundarunterricht (siehe Wechsel von der Grundschule in die Sekundarschule – Übergang von der Grundschule zur Sekundarschule).

In der Sekundarschule sollen die Schüler auf der Basis ihrer schulischen Ergebnisse und Interessen ihre Spezialisierung wählen. Jede Schule muss eine Orientierungsprozedur ausarbeiten, damit jeder Jugendliche eine für ihn sinnvolle Wahl treffen kann: Sie soll seinem Profil entsprechen und ihm die bestmöglichen Chancen auf Erfolg garantieren. Es können zusätzlich noch andere Dienststellen zu Rate gezogen werden. Die meisten sind in der Maison de l’orientation zusammengeschlossen.

Die Sekundarschulen bieten ihren Schülern eine schulische und berufliche Orientierung an.

Jede Sekundarschule muss einen Schulentwicklungsplan (PDS) ausarbeiten, in dem u. a. eine Orientierungsprozedur definiert wird, die der jeweiligen Schulbevölkerung entspricht. Diese Prozedur soll jedem Schüler dabei helfen, eine Wahl zu treffen, die seinem Profil entspricht und ihm die bestmöglichen Chancen auf Erfolg garantiert.

Die Orientierung in der Sekundarschule

Während der gesamten Sekundarschulzeit werden in den Sekundarschulen sowie auf nationaler und regionaler Basis Orientierungs-, Informations- und Beratungsaktivitäten angeboten.

  • Information und Beratung:
    • Veröffentlichungen und Informationsmaterial
    • Internetseiten
    • Informationen über Hochschulstudien und Arbeitsmarkt
    • Veranstaltungen wie die „Foire de l’étudiant“
    • Informationsveranstaltungen für Schüler einer Klasse oder einer Schule und deren Eltern
    • Gespräche mit den Absolventen verschiedener Studiengänge
  • Begleitung und Ausarbeitung von Weiterbildungsprojekten:
    • pädagogische Projekte, die in einer Klasse oder allen Klassen einer Stufe durchgeführt werden
    • Tutoratsprogramme in einigen Sekundarschulen
    • Bildungs- und Berufsberatung
    • individuelle Beratungen
    • eine individuelle Begleitung, psychologische Tests und Ausarbeitung beruflicher Projekte

Parallel dazu helfen die Zusatzzeugnisse (compléments aux bulletins) in der Unterstufe den Schülern, sich ihrer Kompetenzen und ihres Potenzials bewusst zu werden.

Einige Aktivitäten sind besonders auf die Berufswahl ausgerichtet:

  • Praktika in Unternehmen, insbesondere am Ende der 5e des allgemeinen Sekundarunterrichts
  • Information und Sensibilisierung für Handwerks- und andere Berufe
 
SePAS (Sekundarschulen) und CePAS

In jeder Sekundarschule gibt es einen Service psycho-social et d'accompagnement scolaires (SePAS), der aus einem interdisziplinären Team besteht (Psychologen, Sozialarbeiter, Erzieher, Lehrer, die als Schul- und Berufsberater fungieren). Zu den Aktivitäten des SePAS gehören die psychologische, psychopädagogische und soziale Betreuung des Schülers, die Prävention (Sucht-, Gewalt- und AIDS-Prävention, Verhinderung des Schulabbruchs usw.), die Mediation zwischen den Partnern der Schule (Schüler, Eltern, Lehrer, offizielle Instanzen …).

Die SePAS-Teams arbeiten eng mit externen Akteuren zusammen, um den jungen Leuten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern und ihnen zu helfen, in der sozialen Wirklichkeit Fuß zu fassen.

Die einzelnen SePAS werden vom Centre psycho-social et d'accompagnement scolaires (CePAS) unterstützt.

Antennes locales pour jeunes (ALJ)

Die Antennes locales pour jeunes (ALJ) gehören zum Service national de la jeunesse (SNJ). Ihre Aufgabe besteht darin, Jugendlichen beim Übergang vom schulischen Leben zum Berufsleben zur Seite zu stehen. Die ALJ haben 11 Büros im Land und sind somit den Jugendlichen und ihren Realitäten nahe. Die Mitarbeiter sind spezialisiert in der Betreuung von Jugendlichen und der Umsetzung von Programmen, die sie zu einem aktiven Leben ermutigen.

Die ALJ unterstützen Jugendliche,

  • die noch in der Schule sind, aber diese bald verlassen werden und noch nicht wissen, wie ihr weiterer Weg aussehen soll;
  • die Schule ohne Abschluss abgebrochen haben.

Die ALJ bieten den jungen Menschen

  • Ratschläge und Informationen über mögliche Ausbildungen und das Berufsleben;
  • eine individuelle Begleitung im Hinblick auf weitere Studien oder das Berufsleben;
  • Alternativen zur Inaktivität.

Die Angebote der ALJ.

Freiwilligendienst des SNJ

 

Der Freiwilligendienst erlaubt es jungen Leuten unter dreißig, sich für ein konkretes Projekt im allgemeinen Interesse zu engagieren. So können sie etwas Neues lernen und sich durch praktische Erfahrungen orientieren. Beim Freiwilligendienst handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Vollzeitaktivität von mindestens drei Monaten bis höchstens einem Jahr. Je nach Programm finden die Aktivitäten in Luxemburg statt (SVO, SVCi), in Europa oder anderswo in der Welt.

 

Centre de documentation et d'information sur l'enseignement supérieur (CEDIES)

Das CEDIES gehört zum Ministerium für Hochschulwesen und Forschung und wendet sich an Sekundarschüler, zukünftige Studenten, Studenten und Personen, die ihre Hochschulstudien wieder aufnehmen möchten.

Die Abteilung Informations universitaires (Informationen zu Universitäten) informiert über Hochschulstudien und Berufe, Zulassungsbedingungen und Einschreibemodalitäten an den Universitäten.

Die Dienststelle Aides financières verwaltet die staatlichen Studienbeihilfen.

Berufsberatung der ADEM (ADEM-OP)

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur ADEM (Service d’orientation professionnelle de l’ADEM – ADEM-OP) bietet Jugendlichen und Erwachsenen individuelle Orientierungsgespräche und kollektive Informationsveranstaltungen an, um sie bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Zur Berufsberatung der ADEM gehört auch das BiZ – Berufsinformationszentrum, das eine große Auswahl an Medien zur Verfügung stellt. Die ADEM-OP vermittelt auch Lehrstellen im Rahmen der beruflichen Erstausbildung und Erwachsenenbildung.

La Maison de l’orientation

Die Maison de l’orientation fasst unter einem Dach die meisten der für die Berufsorientierung zuständigen staatlichen Dienststellen zusammen. Sie erleichtert so den Zugang zur Information und zu einer persönlichen Unterstützung.

  • Das Centre psycho-social et d’accompagnement scolaires (CePAS) übernimmt die Betreuung von Schülern, die eine umfassende Begleitung und psycho-soziale Unterstützung brauchen und hat zu dem Zweck verschiedene Werkzeuge (Workshops, kreative Räume, Interventionsgruppen, alternative Lernmethoden usw.) entwickelt, damit sich die Schüler im schulischen Umfeld wohlfühlen.

Tel.: (+352) 247-75910
E-Mail: info@cepas.lu

Tel.: (+352) 247-85480
E-Mail: info.op@adem.public.lu

  • Die Antennes locales pour jeunes (ALJ) bieten eine individuelle Unterstützung an bei der Umsetzung schulischer oder beruflicher Projekte.

Regionalbüro Luxemburg:
Tel.: (+352) 247-75941, (+352) 247-75942, (+352) 247-75943, (+352) 247-75944
E-Mail: alj@men.lu

  • Der Service national de la jeunesse (SNJ) ermöglicht es jungen Leuten, praktische Erfahrungen im Rahmen des Freiwilligendienstes zu sammeln.

Antenne Centre
Tel.: (+352) 247-86481, (+352) 247-86480
E-Mail: secretariat.transitions@snj.etat.lu

Tel.: 247-85277
E-Mail: casna@men.lu

  • Im gleichen Haus kann man bei Anefore Informationen zu europäischen Aus- und Weiterbildungsprogrammen einholen. FAPEL informiert über die Kooperation zwischen Schülereltern und Schule.

 

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