Klassischer Sekundarunterricht und allgemeiner Sekundarunterricht

Je nach Sprachkenntnissen des Schülers und seinem Alter bei der Ankunft in Luxemburg gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten.

Klassischer Sekundarunterricht (ESC)

Im luxemburgischen Schulsystem ist der Zugang zum klassischen Sekundarunterricht im Prinzip den Schülern vorbehalten, die über sehr gute Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Französisch verfügen. Für Schüler mit einer sehr guten schulischen Bildung, die diese Sprachen jedoch nicht beherrschen, gibt es mehrere andere Möglichkeiten.

ALLET-Klassen (Deutsch als Fremdsprache) in der unteren Sekundarstufe (7. ESC - 5. ESC Klasse)

Die ALLET-Klassen nehmen Schüler auf, die die Grundschule mit guten Französisch- und Mathematikkenntnissen abgeschlossen haben, aber im Deutschen Lücken aufweisen. Sie bieten Förderkurse im Deutschen an, damit die Schüler ab der 4. ESC Klasse eine normale Klasse besuchen können.

Französische Förderklassen „Français Plus“ (7. ESC bis 5. ESC Klasse)

Zugang zu diesen Klassen haben Schüler, die die Grundschule mit guten Deutsch- und Mathematikkenntnissen abgeschlossen haben, aber im Französischen Lücken aufweisen. Sie bieten Förderkurse in Französisch an, damit die Schüler ab der 4. ESC Klasse eine normale Klasse besuchen können.

LVF-Klassen mit Unterrichtssprache Französisch (7. ESC bis 5. ESC Klasse)

In den unteren Klassen des klassischen Sekundarunterrichts werden die meisten Fächer in Deutsch unterrichtet; in LVF-Klassen ist die Unterrichtssprache Französisch. Die erforderlichen Deutschkenntnisse orientieren sich an den Deutschkenntnissen eines Schülers, der die luxemburgische Grundschule abgeschlossen hat. Der Deutschunterricht entspricht dem Niveau der regulären Klassen.

Dieses Angebot richtet sich an Schüler aus der luxemburgischen Grundschule, die einen Unterricht in französischer Sprache bevorzugen.

Ab der 4. ESC Klasse besucht der Schüler wieder eine reguläre Klasse, in der alle Kurse außer den Sprachkursen ohnehin in Französisch abgehalten werden.

Schrittweise Integration im Lycée Aline Mayrisch für 12- bis 16-jährige Schüler

Seit September 2015 bietet das Lycée Aline Mayrisch Jugendlichen von 12 bis 16 Jahren, die die Grund- und/oder Sekundarschule im Ausland besucht haben, eine schrittweise Integration in den klassischen Sekundarunterricht an.

Der pädagogische Schwerpunkt liegt auf der individuellen Betreuung des Schülers beim Erlernen der Sprachen Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und/oder Englisch, die auch Unterrichtssprachen sind, bzw. bei der Vertiefung dieser Sprachkenntnisse.

Ziel des Konzepts ist, den Jugendlichen zu ermöglichen, später „reguläre“ Klassen des luxemburgischen Sekundarunterrichts zu besuchen und von der Mehrsprachigkeit des Systems zu profitieren.

Direkte Einschreibung in der betreffenden Schule:

Internationales Abitur (IB)

Das IB-Diploma ist ein Abschluss des klassischen Unterrichtszweigs (Hochschulreife), der von 3500 Schulen in 143 Ländern angeboten wird. Das im Lycée technique du Centre und Athénée de Luxembourg angebotene Diplom ist ein gesetzlich anerkannter Sekundarabschluss, der dem „Diplôme de fin d’études secondaires“ gleichgestellt ist. Das IB wendet sich sowohl an Schüler, die neu zugezogen sind, sowie an Schüler, die einen französisch- oder englischsprachigen Sekundarunterricht gewählt haben und in der Lage sind, an einem Unterricht auf hohem Niveau teilzunehmen. Die schriftlichen Abschlussprüfungen unterliegen zum Großteil einer externen Evaluierung, die sich auf ein weltweites Netz von 9000 ausgebildeten Prüfern stützt.

Direkte Einschreibung in der betreffenden Schule:

Englische Klassen im Lycée Michel Lucius

Der gesamte Unterricht findet in englischer Sprache statt; die Schüler wählen Französisch und/oder Deutsch als zweite und/oder dritte Fremdsprache. Die Klassen bereiten auf folgende Diplome und Bescheinigungen vor: 

  • International General Certificate of Secondary Education (IGCSE) mit 16 Jahren;
  • Advanced Subsidiary level (AS-Level);
  • Advanced level (A-Level) mit 18 Jahren.

Mit dem internationalen Zertifikat der Sekundarstufe IGCSE, das auf dem britischen Bildungssystem gründet, können die Schüler ihre Sekundarstudien fortsetzen bis zur AS- und A-Level-Qualifikation. Das IGCSE bescheinigt ein mit einer bestandenen 11. Klasse des klassischen oder allgemeinen Sekundarunterrichts des luxemburger Schulsystems vergleichbares Niveau.

Die A-Level-Qualifikation wird in weltweit mehr als 125 Ländern angeboten. Sie bescheinigt, dass der Schüler die Sekundarstufe bzw. die voruniversitäre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

École internationale de Differdange et d'Esch-sur-Alzette (EIDE)

Diese Schule bietet seit September 2016 eine französisch-, englisch- und deutschsprachige Sektion von der Grundschule bis zum Europäischen Abitur an. Unterrichtet wird das Programm der Europäischen Schulen, wobei es sich bei der EIDE um eine für jeden zugängliche öffentliche Schule handelt.
Die EIDE bietet ebenfalls Sprachförderungsklassen für neu zugezogene Schüler mit Französisch-, Englisch-, Deutsch- oder Portugiesischkenntnissen an sowie Vorbereitungsklassen (Programm des allgemeinen Sekundarunterrichts).

  • Direkte Einschreibung in der EIDE.

Allgemeiner Sekundarunterricht (ESG)

Klassen für neu zugezogene Schüler von 12 bis 15 Jahren

Schüler, die bei ihrer Ankunft in Luxemburg weder Deutsch noch Französisch können, besuchen Aufnahmeklassen/ACCU (12-15 Jahre) . Dort besuchen sie Intensivkurse in Französisch und Einführungskurse in Luxemburgisch. Der Klassenrat evaluiert die Kenntnisse des Schülers und entscheidet, wann er in eine Klasse integriert wird, die seinen sprachlichen Kompetenzen und seiner allgemeinen Schulbildung am besten entspricht. Rund 20 Sekundarschulen bieten diese Klassen an.

Eine Integrationsklasse ist eine Klasse der unteren technischen Sekundarschule (7. ESG, 6. ESG, 5. ESG Klasse) für Schüler, die in ihrem Herkunftsland ein gutes schulisches Niveau erreicht haben, jedoch die in Luxemburg unterrichteten Sprachen wenig oder gar nicht beherrschen. Sie bekommen dort Intensivunterricht in Französisch oder Deutsch (je nach Wissenslücken in der jeweiligen Sprache). Zusätzlich werden die anderen Fächer des Programms der Unterstufe des allgemeinen Sekundarunterrichts unterrichtet.

Um in eine Integrationsklasse aufgenommen zu werden, muss der Schüler einen Aufnahmetest bestehen.

Es wird unterschieden zwischen:

Klassen mit französischsprachigem Unterricht, allgemeine Sekundarschule (7. ESG, 6. ESG, 5. ESG Klasse)

Während der Unterricht in den meisten Fächern in den unteren Klassen des Sekundarunterrichts in Deutsch abgehalten wird, wird in LVF-Klassen (LVF = langue véhiculaire français) in Französisch unterrichtet. Die erforderlichen Deutschkenntnisse orientieren sich an den Deutschkenntnissen eines Schülers, der die luxemburgische Grundschule abgeschlossen hat. Der Deutschunterricht entspricht dem Deutschunterricht regulärer Klassen.

Dieses Angebot richtet sich an Schüler aus der luxemburgischen Grundschule, die einen Unterricht in französischer Sprache bevorzugen.

Ab der 4. ESG Klasse des allgemeinen Sekundarunterrichts besucht der Schüler eine reguläre Klasse oder eine Klasse mit einer speziellen Sprachenregelung (RLS-Klasse, classe à régime linguistique spécifique, siehe unten).

Übergangsklassen für Jugendliche und Erwachsene

Die Aufnahmeklassen für junge Erwachsene (CLIJA für die 16-Jährigen und CLIJA+ für die 17-24-Jährigen) sind Sprachförderungsklassen für junge Erwachsene, die erst kürzlich zugezogen sind. Sie bieten eine Grundausbildung auf Französisch, um auf den allgemeinen Sekundarunterricht oder die soziale und wirtschaftliche Autonomie vorzubereiten.

Die Integrationsklassen 9+i wenden sich an Personen ab 18 Jahre (es gibt keine Altersbegrenzung), die über Grundkenntnisse in Englisch verfügen. Diese Klassen werden je nach Bedarf an unterschiedlichen Standorten angeboten. Sie sind ähnlich aufgebaut wie die Klassen 9+ mit Unterrichtssprache Französisch, die auf die Erwachsenenbildung zugeschnitten sind (siehe Erwachsenenbildung > 2. Bildungsweg)

  • Einschreibung bei der CASNA.

Klassen mit einer speziellen Sprachenregelung für Schüler ab 15 Jahre, in denen Französisch Unterrichtssprache ist (RLS)

In der Mittel- und Oberstufe (Schüler ab 15 Jahre) gibt es Klassen mit einer speziellen Sprachenregelung (RLS / régime linguistique spécifique) für Schüler, die wenig oder kein Deutsch können. Der Unterricht findet auf Französisch statt, die deutsche Sprache wird gegebenenfalls  als Fremdsprache unterrichtet (Anfänger oder Fortgeschrittene). Das Programm der anderen Fächer entspricht dem der regulären Klassen.

Diese Ausbildungen in französischer Sprache werden in drei Richtungen angeboten:

  1. Sekundarabschluss (diplôme de fin d’études secondaires)
  2. Technikerdiplom (diplôme de technicien - DT)
  3. berufsbildender Ausbildungszweig:
    • Beruflicher Eignungsnachweis (diplôme d’aptitude professionnelle - DAP)
    • Berufsbefähigungszeugnis (certificat de capacité professionnelle - CCP)
  • Eine Liste der Sekundarschulen und der angebotenen Ausbildungen befindet sich in der Broschüre Classes RLS.
  • Direkte Einschreibung in der Schule, die diese Ausbildung anbietet für Schüler die die luxemburgische Sekundarschule besucht haben.
  • Einschreibung bei der CASNA für alle anderen Schüler.

Vorberufliche Ausbildung für 16-18-Jährige

Die nationalen Zentren für berufliche Weiterbildung (CNFPC) in Ettelbrück und Esch/Alzette organisieren Orientierungskurse und berufliche Einführungskurse (COIP) sowie, in einigen Bereichen, eine „Betriebsausbildung“, die auf das Berufsbefähigungszeugnis vorbereitet (CCP).

Diese Ausbildung richtet sich an Jugendliche von 16-18 Jahren, die das lateinische Alphabet kennen und eine CCP- oder DAP-Berufsausbildung anstreben.

  • Einschreibung beim CNFPC.

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