Grundschule

Die neu zugezogenen Kinder zwischen 4 und 5 Jahren werden in den 1. Zyklus integriert, wo sie Luxemburgisch lernen. Kinder zwischen 6 und 11 Jahren kommen in eine Regelklasse (2. bis 4. Zyklus), je nach Alter, Schulbildung (auf Basis der Zeugnisse des Herkunftslandes) und der Ergebnisse der Evaluierungstests in Mathematik und ihrer Muttersprache. Dort lernen sie Luxemburgisch, Deutsch und Französisch und besuchen den Sprachförderungskurs.

Sprachförderungskurs

Die Gemeinden bieten entweder Nachhilfekurse (bei schulischen Schwierigkeiten) oder Sprachförderungskurse an (für neu zugezogene Kinder).

In den Sprachförderungskursen hängt die Wahl der unterrichteten Sprachen sowie die Reihenfolge der zu lernenden Sprachen vom Alter des Kindes bei der Ankunft, seinen bereits erworbenen Kenntnissen, der von den Eltern gesprochenen Sprachen und der Nähe der Muttersprache zur ersten zu erlernenden Sprache ab.

Zu Beginn beschränkt sich der Unterricht auf eine Sprache (Deutsch oder Französisch). Prinzipiell wird als erstes die Sprache unterrichtet, die der Muttersprache des Kindes am nächsten ist. Das Kind soll so schnell wie möglich mit seinem Umfeld kommunizieren können. Später erhalten Kinder unter 10 Jahren Intensivsprachkurse in der zweiten Fremdsprache, damit sie dem regulären Unterricht in der Regelklasse folgen können. Für Kinder, die bei ihrer Ankunft älter sind als 10, ist es schwer, sich die im 4. Zyklus erforderten Deutsch- und Französischkenntnisse anzueignen; der Schwerpunkt wird bei ihnen auf Französisch gelegt.

Integrierte Portugiesischkurse in der Grundschule

Die integrierten Kurse sind Kurse in der portugiesischen Muttersprache und Teil des Stundenplans. Sie erleichtern Kindern aus portugiesischsprachigen Familien das Verständnis der Sachfächer und erlauben ihnen, den Kontakt zur Kultur ihres Herkunftslandes aufrecht zu erhalten sowie ihre Portugiesischkenntnisse zu festigen und zu vertiefen. Naturwissenschaften, Geschichte und Erdkunde werden zweimal wöchentlich in portugiesischer Sprache unterrichtet und folgen dem offiziellen luxemburgischen Lehrplan.

Die Schuldienststelle der portugiesischen Botschaft organisiert außerhalb der regulären Schulstunden ebenfalls Parallelkurse.

Projekt Assistent für die portugiesische Sprache im 1. Zyklus

Im Rahmen des Kulturabkommens zwischen Luxemburg und Portugal wird das Projekt „Assistent für die portugiesische Sprache im 1. Zyklus" in 9 luxemburgischen Klassen durchgeführt. Das Projekt ist auf eine kommunikative Methodik ausgerichtet und berücksichtigt die jeweiligen Sprachkenntnisse der Kinder. Ziel ist, sowohl die Muttersprache als auch die luxemburgische Sprache zu fördern. Von 2015 bis 2017 wird das Projekt von der Universität Luxemburg begleitet (Institut de recherche sur le multilinguisme).

Interkulturelle Bildung und Sprachsensibilisierung

Um die Kontakte und den Dialog zu fördern, bietet das Centre de documentation et d'animation interculturelles (IKL) pädagogische Projekte an.

Dem Lehrpersonal wird empfohlen, Aktivitäten zur Sprachsensibilisierung zu organisieren, die sich an alle Schüler der Klasse richten. Hierbei können sie sich auf die Broschüre Ouverture aux langues à l'école stützen.

Ziel der Aktivitäten ist,

  • die Neugierde der Kinder zu wecken, indem man Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Sprachen hervorhebt,
  • Fähigkeiten wie Beobachten, Analysieren und Reflektieren in Bezug auf Sprachen zu fördern,
  • die Kinder dazu zu motivieren, Sprachen zu lernen,
  • eine positive Haltung gegenüber der sprachlichen und kulturellen Vielfalt zu bewirken.

Das Projekt „Sac d’histoires“ (Geschichtensack) soll Lesen und gemeinschaftliche Aktivitäten innerhalb der Familie fördern. Der Geschichtensack wird in der Schule gefüllt, die Kinder nehmen ihn mit nach Hause. Er enthält ein Kinderbuch mit der Übersetzung in die Muttersprache, eine Audio-CD, auf der die Geschichte in den in der Klasse häufigsten Sprachen vorgelesen wird, und Erklärungen für die Eltern.

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